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Champagner - vom Ärgernis zum König der Weine
Zu jeder Feier in gediegener Atmosphäre, zu Preisverleihungen und Geburtstagen gehört der Champagner heute klassischerweise dazu - doch das war nicht immer so. Es dauerte mehrere Jahrhunderte, ehe sich der Schaumwein aus der Champagne zum "König der Weine" entwickelte.
Zur Zeit der Römer wurden die ersten Weinreben in der Champagne gepflanzt. In den darauf folgenden Jahrhunderten war der Weinbau der Champagne eher unpopulär. Erst im 17. Jahrhundert begannen die Engländer und Franzosen, sich für den "Vin de Champagne" zu interessieren. Zu dieser Zeit entwickelte sich auch die Abfüllung in Flaschen im Erzeugergebiet, um die Frische des Weines zu bewahren. Früher wurden die Weine in Fässern ausgeliefert, was zu Qualitätseinbußen führte.
Doch die Lieferung in Flaschen brachte ein Ärgernis mit sich: Gerade auf dem Seeweg nach England setzte der Wein zu einer zweiten Gärung an, wodurch ein nicht unerheblicher Teil der Flaschen platzte. Die Winzer waren nicht begeistert vom Verlust durch geplatzte Flaschen und herausgesprungene Korken. Manche von ihnen nannten den Vin de Champagne sogar den "Wein des Teufels".
Die Engländer jedoch schätzten den prickelnden und erfrischenden Geschmack des Weines und nahmen sogar die Verluste in Kauf. Die hohe Nachfrage nach Schaumwein ließ die Winzer über die Möglichkeit nachdenken, die zweite Gärung bewusst herbeizuführen und kontrollieren zu können. Ziel war es, das Platzen der Flaschen zu vermeiden, den prickelnden Geschmack aber zu erhalten.
Zum Ende des 17. Jahrhunderts führte der Mönch Dom Perignon eine Reihe von systematischen Versuchen zu Flaschengärung durch. Er erfand auch die dickwandigeren Flaschen und den mit Draht verschnürbaren Korken. Sein Hauptverdienst aber ist die Mischung von Weinen verschiedener Sorten und Lagen zu einer Cuvée. Seine schriftlichen Aufzeichnungen führten zu einer verstärkten Anwendung der Flaschengärung. Es entstanden zahlreiche Champagnerhäuser, die seine Aufzeichnungen nutzten.
In der Folgezeit wirkten verschiedene Menschen an der Verfeinerung des Produktionsverfahrens von Schaumweinen. Durch die Erkenntnisse von Louis Pasteur verstand man die Zusammenhänge der Gärung besser. Nach und nach wurde das Ergebnis der zweiten Gärung besser kontrollierbar. Jedoch war der Champagner trüb, da sich die Hefe der zweiten Gärung noch in der Flasche befand. Erst 1806 entwickelte Nicole-Barbe Veuve Clicquot das Verfahren des Rüttelns und anschließenden "Degorgierens".
Um die Hefe aus der Flasche abzusondern wird der Champagner am Rütteltisch von der waagerechten Position in die Senkrechte bewegt. Dies geschieht sehr vorsichtig, damit sich die Hefe im Flaschenhals sammelt. Früher geschah das per Hand vom so genannten "Remeur", dem Flaschendreher, durchgeführt. Heute werden nur noch wenige Spitzenmarken per Hand gerüttelt. Häufig wird diese Arbeit von einem Computer gesteuert und von Maschinen übernommen.
Anschließend wird die Flasche in ein Solebad mit einer Temperatur von -20° C gehalten. Der Hefetrub gefriert und kann entfernt werden. Übrig bleibt der klare Schaumwein, wie wir ihn heute kennen. Nun wird er noch verkorkt und mit einem Draht gesichert. Die Metallkappe auf dem Korken verhindert das Einschneiden des Drahtes in den Korken.
Während des 19. Jahrhunderts begann der Champagner seinen Siegeszug um die ganze Welt. 1882 wurden bereits 36 Millionen Flaschen erzeugt. Drei Viertel von ihnen wurden exportiert, vorzugsweise in die USA und England. Zu dieser Zeit wurde auch in anderen Ländern Schaumwein erzeugt. Deshalb wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Markenname "Champagner" geschützt. Nur Schaumweine, die in der Champagne erzeugt wurden, die Anforderungen an die Pflanzdichte erfüllen und per Hand gelesen wurden, dürfen diesen Namen tragen. Alle anderen Schaumweine werden in Frankreich als Crèmant, in England schlicht als Sparkling Wine bezeichnet. Auch der deutsche Begriff Sekt verlangt keine höheren Anforderung als die Flaschengärung.
Die Qualität des Champagners spricht für sich: Bis heute erfreut sich der König der Weine großer Beliebtheit. Im Jahr 2009 wurden 293,3 Mio. Flaschen verkauft und genossen. Im Vinexus Weinshop gibt es erstklassigen Champagner, der schnell und zuverlässig online bestellt werden kann und dann ganz bequem und ohne leidiges "Kisten schleppen" den Weg zu Ihnen nach Hause findet. Auch Crèmant, Sekt und feinste Schaumweine aus der ganzen Welt sind bei Vinexus im prickelnden Sortiment - als Piccolo, reguläre 0,75 l Flasche, Magnum oder größer. Ganz wie Sie sich die besten Perlen wünschen! Zum Wohl!
